Was ist dein inneres Team

Du hast einen (oder zwei) Namen, bist ein Körper, ein Mensch. Dein Wesen besteht jedoch aus ganz vielen inneren Anteilen. Wir wollen sie deine Teammitglieder nennen. Einige Beispiele: Einen Zweifler, einen Liebenden, eine Offenherzige, eine Introvertierte, eine Richterin, einen Saboteur und viele mehr.

 

Alle diese Teammitglieder leben in dir in einer Koexistenz und jedes Teammitglied hat andere Bedürfnisse und andere Wünsche. Und manchmal sind sie sich nicht einig. Das merkst du dann, wenn du zB. nicht zu einer Entscheidung kommst. Manche Bedürfnisse sind  verdeckt und stimmen nicht mit deinem bewussten Willen überein. So gelingt dir etwas nicht, was du bewusst willst, weil zB. dein Saboteur genau das nicht will. Aber du merkst es nicht bewusst.

 

Deine Teammitglieder verfügen über eine Geschlechtlichkeit oder eine Neutralität. Sie erscheinen als menschliche Wesen, Lichtwesen, Dämonen, Tiere, Farben, innere Stimmen, Gefühle und sind auch Rollen und Masken aus deinem Alltag.

Wie entsteht ein inneren Team

Wir haben Anteile, die wir speziell gefördert haben, weil wir als Kind dafür geliebt wurden. Deine Herkunftsfamilie und die Gesellschaft, in der du lebst, haben für dich entschieden, was an dir akzeptabel ist und was nicht. So wurden wir geliebt, wenn wir unsere akzeptablen Eigenschaften zeigten und bestraft für die inakzeptablen. So entstand unter anderem unsere Persönlichkeitsstruktur, wie wir sie heute im Alltagsbewusstsein leben. zB. Ein Mathe-Ass, eine Fürsorgliche, eine gute Zuhörerin, eine fleissige Mitarbeiterin etc.

 

Dann gibt es die Anteile, die aus Verletzungen entstanden sind. Wir haben als Kinder in Situationen, in denen wir verletzt und traumatisiert wurden, Teile unseres Wesens abgespalten. Diese Fragmente leben auch als deine Teammitglieder in dir weiter. Sie sind jedoch in ihrer Entwicklung stecken geblieben in dem Alter, als du sie abgespalten hast. zB. dein inneres Kind, deine Kritikerin, der Perfektionist, Teammitglieder ohne Namen, weil du sie als Baby abgespalten hast etc.

 

Es gibt viele gesunde Anteile in uns, die uns im Alltag unterstützen. Es ist gut, auch für diese Anteile ein Bewusstsein zu haben. Aber es gibt mit ihnen nichts zu tun. Das kann zB. Die Organisationsfachfrau sein, die Liebhaberin, die gute Zuhörerin etc.

Das innere Team als Puzzle gezeigt

Warum es Sinn macht mit deinen Teammitgliedern zu arbeiten

Ich nehme hierfür das Beispiel von einer Inspirationskarte der Woche, die ich kürzlich gezogen habe (siehe Facebook und Instagram): Es geht um das Teammitglied, das dich sabotiert und verhindert, dass dir etwas gelingt, was du tun willst.

 

Die Aufgabe des Saboteurs ist es, dass du das, was du bewusst tun willst, nicht tust. Daher sabotiert er dich darin und bewirkt, dass du es, zum Beispiel ein Youtube-Kanal eröffnen, nicht tust. Er hat unbewusst einen anderen Willen, als du bewusst hast. Das heisst: Ein innerer Anteil will etwas, aber ein anderer will etwas anderes. So sind deine inneren Anteile oft nicht kongruent miteinander und folgen nicht deinem bewussten Willen. Und solange du die Motive deines Saboteurs nicht vollständig Verstehst, wirst du in deiner Situation stecken bleiben.

 

Aber du sollst wissen, dass alle deine inneren Anteile FÜR dich sind. Und hier zeigt sich ein Weg, um das „Dich-Selbst-Sabotieren“ zu beenden: Finde heraus, was deinen Saboteur beschäftigt. Was ist die Aufgabe dieses Saboteurs in dir? Wovor will er dich schützen? Was braucht es, damit du tun kannst, was du tun willst oder musst?

Du bist nicht frei…

Dein inneres Team mit vielen ringenden Händen gezeigt, jede Teilpersönlichkeit will deine Aufmerksamkeit

…solange du dir deiner Teammitglieder nicht bewusst bist. Denn so lange bleibst du mit ihnen identifiziert. Diese Teammitglieder tauchen in deinem Bewusstseinsfeld auf und verschwinden wieder daraus – es ist ein stetiger Wechsel zwischen deinen Teammitgliedern und du kannst das nicht kontrollieren.

 

Wenn du dann Verzweiflung fühlst, bist du dieser Zweifel. Wenn du dann Traurigkeit fühlst, bist du diese Trauer. Wenn du Wut fühlst, bist du diese Wut. Es ist eine totale Identifikation.

 

Du hast das Steuer nicht in der Hand, sondern hast es einem Teil von dir übergeben. Und, wie oben beschrieben, jeder Teil hat eigene Wünsche und Bedürfnisse und sucht sich diese zu erfüllen. Deine Identifikation wandert, als Reaktion auf äussere Reize, von Teammitglied zu Teammitglied.

Stell dir vor, du willst mit deiner Chefin eine Lohnerhöhung aushandeln. Du hast ein bisschen Angst vor ihr, denn sie erinnert dich an deine böse Grossmutter. Wenn du vor sie trittst, fühlst du dich wieder klein und ohnmächtig, wie damals beim Zusammentreffen mit deiner Grossmutter. Was meinst du: Wenn du mit deinem kleinen, vor der Grossmutter beängstigenden Kind, in die Lohnverhandlung gehst, wirst du eine Lohnerhöhung erhalten? Nein, logisch nicht. Welches Teammitglied willst du also zu einer Lohnverhandlung mitnehmen? Die fleissige, kompetente Mitarbeiterin, die Verantwortung übernimmt? Die Organisationsfachfrau in dir? Das Teammitglied, dass für sich einstehen kann? Ja, genau, die nimmst du mit.

 

Damit du frei wirst, ist es unabdingbar, dass du ein Bewusstsein über deine inneren Teammitglieder hast und mit denen, die du abgespalten hast, arbeitest. Sie gilt es zu heilen und ins Erwachsenenalter hinein zu entwicklen. Dann bist du frei, aus deiner inneren Zentrierung das Teammitglied zu aktivieren, das du gerade brauchst im Alltag. Die Frage ist also…

…wie führst du dein inneres Team

1. Schritt: Lerne deine Teammitglieder kennen

 

a. Beginne damit Eigenschaften (fürsorglich, offen, freundlich) und Rollen (Mutter, Chef, Freundin) aufzulisten, die du an dir magst. Das alles sind Teammitglieder. Hier bist du klar, du zeigst sie gerne und mit diesen Teammitgliedern geht es dir gut.


b. Dann Liste deine Eigenschaften auf, die du an dir nicht magst, aber die du kennst (aggressive, Ja-Sager).


b. Dann Liste auf, was dich an anderen nervt. Und zwar nicht nur ein bisschen nervt, sondern mega nervt (schwach sein, bedürftig sein, Faulheit, missionarisch sein). Und mit diesen Aspekten kannst du weiter arbeiten. Denn was dich an anderen massiv nervt, ist immer das, was du in dir verdrängt hast.


c. Dann liste auf, was du an anderen bewunderst, was dich fasziniert. Auch das sind Eigenschaften in dir, die von dir gelebt werden wollen.

 

2. Schritt: Nimm dieses innere Teammitglied voll an

 

Beginne am besten mit einem Teammitglied, dass du kennst, aber nicht magst. Beginne, zu akzeptieren, dass es da ist und Teil von dir ist. Durch die Annahme dessen was ist, kann du erst damit arbeiten.

 

3. Schritt: Integration

 

Das bedeutet, dass du dein Teammitgliedes kennenlernst: Was ist das genau für ein Teammitglied? Wie ist sein Name? Was sind seine Qualitäten, seine Gaben, sein Potential? Du lernst das Teammitglieder kennen, so wie du Menschen kennenlernst: Durch Gespräche und Erlebnisse. Das tust du einerseits durch die Verkörperung, also in dem du die Bedürfnisse des Teammitglied auslebst, anderseits auf eine meditative, innere Weise.

 

4. Schritt: Alchemie

 

Nun kann dein Teammitglieder beginnen, sein Potential zu entfalten. Es ist wie bei unserem Tagesbewusstsein: Dort, wo wir geliebt, gemocht, gesehen, gehört und gefördert werden, können wir unser Potential entfalten. Du beginnst dein Teammitglied in deinen Alltag einzubinden und vertiefst die Beziehung.

 

5. Schritt: Synthese

 

Du nimmst dein Teammitglied voll und ganz in dein Team auf und gibst ihm einen festen Platz in deinem Alltag. Je mehr du dich darum kümmerst, je mehr kommst du zu Kern des Teammitgliedes und entdeckst auch seine transpersonale, archetypische, Qualität (lichtvoll, Leichtigkeit, Freude). Je mehr Teammitglieder du so integriert hast, je stärker wird dein Wesenskern, dein Zentrum, zum Ausdruck kommen. Denn es gibt in dir einen Ort, wo du keine Identifikation mit einem Teammitglied brauchst, sondern einfach reines Bewusstsein bist. Diese Thema würde jedoch den aktuellen Blogbeitrag sprengen und daher werde ich das noch einzeln behandeln.

Wie du mit deinem Teammitglied Zeit verbringen kannst

1. Variante: Geh auf eine innere Reise, an deinen sicheren Ort und lass dein Teammitglied dort zu dir kommen. Nimm dir Zeit für diese Begegnung.


2. Variante: Geh auf eine innere Reise und finde den Ort in deinem Körper, wo dein Teammitglied andockt. Dann kommuniziere über diesen Ort am Körper.


3. Variante: Gehe in einen meditativen Modus, zum Beispiel mit Theta-Frequenzmusik, nimmt dir einen Moment Zeit um ganz im Hier und Jetzt anzukommen. Dann rufe dein Teammitglied und sprich mit ihm in einem inneren Dialog oder bitte ihn, dass er durch deine Hand schreibt und dann lass ihn schreiben.

 

In diesen kontemplativen Übungen kannst du deine Teammitglieder alles fragen, was du willst und auch alles sagen, was du willst. Du kannst seine Bedenken herausfinden, es beruhigen und dahin bringen, dass es einverstanden ist und dich nicht mehr blockiert. Bedenke: Dein Teammitglied ist FÜR und nicht gegen dich, er ist du er ist in dir. Also sei stets freundlich und wertschätzend, wenn du es in Übereinstimmung mit deinem bewussten Willen bringen möchtest.

 

Je nach dem welche Geschichte oder welches Trauma dahinter steckt, kann es einige Vorarbeit brauchen, bis du zu deinem Teammitglied vordringst. Manche kannst du auch nicht alleine erforschen, weil es zu taff ist. Vergisst nicht: Jeder Schritt ist wichtig und heilsam!

Ich wünsche dir viel Freude beim erforschen!

PS: Bei Fragen bin ich, wie immer, für dich da.

PPS: Wenn du magst, kann du mir gerne von deinen Forschungen berichten.
PPPS: Dieses Konzept kannst du auch auf deinen Körper ummünzen: Du hast einzelne Organe, Gliedmassen, Nerven etc.

Lieber hören statt lesen? Hier der Blogcast zum Text

Was ist Shadow Alchemy

Nur auf dem Pfad der Nacht erreicht man die Morgenröte.

Khalil Gibran

 

Schadow Alchemy bedeutet, den Mut zu haben, deinen Schattenweg zu gehen.

Den Mut zu haben, in die volle Akzeptanz zu gehen, mit allem, was jetzt gerade ist.

Den Mut zu haben, zu werden, wer du wirklich bist.

Den Mut zu haben, dich in der Tiefe zu erkennen und zu lieben. 

Den Mut zu haben, dich zu achten und dein Potenzial Schritt für Schritt zu aktivieren.

Sodass du dich voll und ganz entfalten kannst, ohne dich zu verstecken.

Sodass du dich voll und ganz dem Leben hingeben kannst, frei von Zweifeln und irrationalen Ängsten.

Sodass du Schöpferin deines Lebens wirst und dich selbst wieder ermächtigst, frei von Scham und Schuld.

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